Purple Rain

Purple Rain von Prince war mein Begleiter während der Chemotherapie. Alles, was ich wollte, war, diesen Regenschirm endlich abzulegen und wieder lachend im Regen zu tanzen. Das Bild strahlt eine tiefe Ruhe und eine abwartende, fast antike Haltung aus. Wo bleibt der Regen?

Eigentlich bin ich ein sehr positiver Mensch und zeige nur selten meine verletzliche Seite. Bei dieser Fotoreihe habe ich das aber ganz bewusst anders gestaltet, weil es nun mal auch Momente der Traurigkeit gibt.

Wenn ein Schicksalsschlag einschlägt, zieht man sich automatisch zurück. Wie unter einem Schirm, der einen beschützen soll. Irgendwann aber sollte man diesen Schirm zur Seite legen und sich dem Regen stellen. Und darauf vertrauen, dass er bald wieder aufhört. Lass es auf uns regnen, um zu spüren, wie stark wir dadurch werden.

Da ich meine Serie gern in Schwarz-Weiß halte, wär lila Regen natürlich nicht optimal gewesen. Leider bin ich auch mit Photoshop noch nicht soweit um Effekte zu meistern. Um dennoch eine Verbindung zum Song herzustellen, habe ich den Regenschirm genutzt. Die Metapher des Song steht ja eigentlich für den Weltuntergang und genauso fühlt es sich am, wenn man die Diagnose bekommt.

„I only wanted to see you laughing in the purple rain.“ Es ist als würde mein gesundes, starkes ich mein verletztes, krankes ich sagen: „Ich will dich wieder lachen sehen, selbst wenn es gerade lila Regen um uns herum ist.“ Selbstmitgefühl anstatt Selbstaufgabe. Mein Ziel ist es zu heilen und mich mutig unter den Regen zu stellen. Der befreiend sein kann.