
Wie reduziert man ein Foto so weit, dass nur noch die pure Persönlichkeit übrig bleibt? Als Anfänger im professionellen Fotografie-Studium stand ich bei diesem Projekt vor meiner ersten großen Herausforderung, und die begann schon vor dem ersten Klick. Da viele die Kamera scheuen, war es gar nicht so leicht, ein Model zu finden. Spontan jemanden fragen? Für eine der ersten Aufgaben fast unmöglich.
Also wurde ich kreativ und habe mich für mein „Own Model“ entschieden: mich selbst. Als jemand, der eigentlich gerne Selfies macht, war der Umstieg auf Spiegelreflexkamera eine echte Erfahrung. Während das Smartphone gerne schmeichelt und Filter drüberlegt, zeigt die DSLR die ungeschönte, ehrliche Realität. Das war im ersten Moment ungewohnt, aber genau darum ging es bei der Aufgabe aus dem Lernheft: Fokus komplett auf das echte Gesicht, ganz ohne Ablenkung, Muster oder knallige Farbe.
Diese Serie dokumentiert meine ersten Schritte, das Gefühl vor der eignen, ehrlichen Linse und meinen Lernprozess: vom Finden der richtigen Linienführung im Raum bis hin zu den ungestellten, befreienden Momenten am Set.

Die Inszenierung: Fokussiert, ruhig und nahbar. Durch die reduzierte Kleidung und die harmonische Ausleuchtung wird der Blick direkt auf die Augen gelegt. Mein Einsendebild.

Die Haltung: Der Moment, in dem das Klassische bricht. Kontrastreiches Schwarz-Weiß, ein fokussierter Blick direkt in die Linse und Smartphone als modernes Statement.
Outtakes vom Set




Ein gutes Porträt lebt von der Beziehung zwischen Kamera und Model, selbst wenn man es am Ende selbst ist. Zwischen der konzentrierten Suche nach dem perfekten Ausdruck und dem Zurechtrücken des Stuhls entstanden die ehrlichsten Aufnahmen. Diese Serie zeigt den ungestellten Prozess, das Ausprobieren und die Erleichterung, wenn das Finale Bild im Kasten ist.