Japan – Erste Station Tokio

Japan war meine erste große Reise nach meiner Krebserkrankung. Ein Aufbruch, den ich unbedingt ganz alleine meistern wollte. Diese Reise war unendlich wichtig für mich, als Beweis an mich selbst und als Schritt zurück ins Leben. Endlich konnte ich einfach wieder das tun was ich von ganzem Herzen liebe: Reisen. Wenn ich unterwegs bin, kann ich ganz ich selbst sein. Fernab vom Alltag, völlig ohne Stress und frei von allen Verpflichtungen. In Japan habe ich endlich wieder diese tiefe Freiheit gespürt.

Um mich vorab um nichts zu kümmern zu müssen, habe ich mich für eine organisierte Reise mit individuellem Aufenthalt entschieden. Da ich allein reiste, nahm ich ein halbes Doppelzimmer , das spart Geld. Kurz und Knapp: Ich hatte mit allem riesiges Glück!

Die Gruppe bestand aus nur acht Personen und meine Zimmernachbarin war fast mein Alter. Das Beste: Sie kam sogar aus meiner alten Wahlheimat Köln. Dank der E-Mail-Vermittlung des Reiseanbieters konnten wir uns schon vorab schreiben und haben uns dann direkt am Flughafen in Frankfurt getroffen. Ein perfekter Start für eine wundervolle, 16-tägige-Japanrundreise.

Tokio – Wow! Absolutes Muss und einfach beeindruckend.

Die Stadt ist ein gigantischer Mix aus futuristischen Wolkenkratzern und traditionellen Schreinen. Mein absolutes Highlight war die Shibuya-Kreuzung: Wenn die Ampel auf grün springt und tausende Menschen gleichzeitig losgehen, spürt man die pure Energie dieser Metropole.

Der Große Buddha von Kamakura

Der Anblick unter freiem Himmel war wirklich beeindruckend. Seit 500 Jahren trotzt die Statue ungeschützt alle Erdbeben und Stürme. Ein historisches Highlight, das man mal gesehen haben muss.

Gleich in der Nähe besuchte ich den Hasedera-Tempel, der vor allem für seine wunderschönen angelegten Gärten und die Koi-Teiche bekannt ist. Die gesamte Anlage zieht sich einen bewaldeten Hügel hinauf.

Während man den geschlungenen Wegen über die Steinstufen nach oben folgt, kommt man an unzähligen kleinen, liebevoll gestalteten Jizo-Statuen aus Stein vorbei. Oben angekommen, wird man mit einem fantastischen Weitblick über die Küste und Bucht von Kamakura belohnt. Der Kontrast zwischen den traditionellen Tempelgebäuden, der Natur und dem Blick aufs Meer war ein wunderschöner Abschluss für den Ausflug.

Drei Tage Tokio, das bedeutet kurz, intensiv und absolut unvergesslich. Die japanische Metropole hat mich von der ersten Sekunde an mit ihrer Energie mitgerissen. In der kurzen Zeit habe ich mich voll und ganz in die faszinierende Popkultur der Stadt gestürzt.

Ich liebe es, tief in neue Städte einzutauchen. Wie könnte man das besser tun als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln? In Tokio ist die Chikatetsu – die U-Bahn – das pulsierende Herz der Metropole. Sauber, flüsterleise und auf die Sekunde pünktlich bringt sie dich im Minutentakt zu den faszinierendsten Kontrasten der Stadt.

So springst du mühelos von der weltberühmten, hypermodernen Kreuzung Shibuya direkt hinein in das traditionelle Japan am historischen Sensoji-Tempel in Asakusa. Von dort aus lohnt sich der Wechsel aufs Wasser: Eine Fahrt auf dem Sumida-Fluss zeigt Tokio noch einmal aus einer ganz anderen, wunderschönen Perspektive.

Wieder zurück im Untergrund geht es weiter nach Akihabara, wo du mitten in die bunte Welt von Gaming und Anime eintauchst. Zum krönenden Abschluss geht es schließlich hoch auf den Tokyo Tower, um sich mit einem atemberaubenden Blick von oben von dieser Wahnsinnsstadt zu verabschieden.