Wir alle tun es. Manchmal heimlich abends im Bett, manchmal mitten am Tag, wenn der Blick aus dem Fenster ins Leere schweift: Wir träumen.
Für mich ein absolutes Muss im Leben. Schon immer. Ohne Träume und Ziele ist das Leben doch etwas langweilig und einseitig.
Dabei unterteile ich es in zwei Schubladen. Da gibt es die einen, die absolut utopischen, wunderschönen Seifenblasen, bei denen wir selbst insgeheim wissen, dass sie wahrscheinlich nie Realität werden. Und dann gibt es die anderen: die Träume, die wir still und heimlich in konkrete Ziele verwandeln, weil sie verdammt noch mal in Erfüllung gehen sollen.
Wenn ich ganz ehrlich bin, wandere ich ständig zwischen diesen beiden Welten hin und her. Da ist zum Beispiel mein absolut filmreifer, utopischer Traum: Ich nenne ihn mein „Pretty Woman“- Date. Ich stelle mir vor, wie mein Schwarm mich mit einem Date überrascht, das direkt aus Hollywood entsprungen ist. Das perfekte Abendkleid, der funkelnde Schmuck und einem magischen Abend in der Oper. Die volle Aufmerksamkeit auf mich.
Dann auch mein Poolhaus. Irgendwann auf meinem Grundstück. Noch so ein Traum, der im Moment vielleicht eher in die Kategorie utopisch, aber wunderschön fällt.
Aber wisst ihr was? Neben diesen großen, luxuriösen Luftschlössern gibt es auch die Träume, die eine ganz andere Energie haben. Träume, bei denen ich genau weiß: Das mache ich. Das ziehe ich durch. Ein Bespiel ist zu meinem 60. Geburtstag kaufe ich mir meine eigene Vespa. Zur Zeit hat dieser Traum keinen Platz in meinem Leben, aber später sehe ich mich schon jetzt damit durch die Straßen kurven, den Wind im Gesicht, das pure Freiheitsgefühl. Das ist kein utopisches Märchen, das ist ein festes Ziel.
Und genau hier liegt das Geheimnis: Wir brauchen beide Arten von Träumen.
Die utopischen Träume, wie das Pretty Woman Date oder das eigene Poolhaus, sind wie Glitzer für unseren Alltag. Sie halten unsere Fantasie am Leben, bringen uns zum Lächeln und machen Spaß. Sie müssen gar nicht sofort wahr werden, um einen Wert zu haben.
Aber Sie geben uns die Inspiration für die zweite Kategorie: Die Träume, die wir zu echten Zielen machen, wie meine Vespa mit 60. Denn wer groß träumt, verliert die Leichtigkeit im Leben nicht. Vielleicht fliege ich nicht morgen im Privatjet zur Oper, aber ich weiß genau, wofür ich lebe, worauf ich mich freue und welche Meilensteine ich mir selbst erfülle.
Träume sind kein Zeichen von Realitätsverlust, Sie sind der Kompass dafür, was wir im Leben wünschen. Sie zeigen uns, wer wir sein wollen.
Träume können auch in der Realität zerplatzen. Mir passierte es mit Ballett. Ich habe es als Kind und auch später immer bewundert. Also habe ich mir diesen Traum erfüllt und sechs Monate getanzt. Und wisst ihr was? Die festen, starren Termine haben jede Woche mein Zeitfenster gesprengt. Es ging einfach nicht. Am Ende passte der Traum zwar in mein Herz, aber die Verpflichtung nicht in mein echtes Leben. Und das war völlig okay, diesen Traum dann wieder gehen zu lassen.
Träume, die wir uns erfüllen und die scheitern, wie mein Ballett, schenken Klarheit. Sie zeigen uns, wer wir heute sind und was wir wirklich in unserem Alltag brauchen.
Am Ende ist es ganz egal, ob ein Traum als Seifenblase zerplatzt, als Glitzer im Alltag bleibt oder zur Realität wird, solange er unser Herz zum Leuchten bringt.
