Warum ein Bulli?

Ich bin kein klassischer Autofreak, aber seit meinem ersten Wagen hatte ich einen großen Traum: Ich wollte unbedingt einen alten Bulli! In jungen Jahren war in meinem Leben irgendwie noch kein Platz, um diesen Traum wahr werden zu lassen. Doch wie das Leben manchmal so spielt, fügte sich vor drei Jahren alles ganz automatisch.

Mir wurde dieser VW Transporter versprochen, okay, vielleicht auch, weil ich mich ein wenig aufgedrängt habe. Als er dann als Handwerkerauto ausgedient hatte und in den wohlverdienten Ruhestand gehen durfte, übernahm ich ihn. Man muss dazu sagen: In der Bulli-Welt sind die Preise heftig. Ich hatte das große Glück, ihn zu einem echten Freundschaftspreis zu bekommen.

Und zack, nach über 20 Jahren des Träumens stand er plötzlich vor mir. Wahrscheinlich denken viele im ersten Moment: „Was ist das denn bitte für eine Schrottkiste?“ Aber Vorsicht! Ich habe den heiligen Gral unter den T5-Motoren ergattert. In der Bulli-Szene gilt dieses Aggregat als der mit Abstand robusteste Motor, den VW je in den T5 gebaut hat. Er ist einfach konstruiert, extrem zuverlässig und mechanisch fast unzerstörbar. Was noch dazukommt: Er darf die grüne Umweltplakette tragen, was für das Baujahr 2005 und eine LKW-Zulassung wirklich selten ist.

Mein Kastenwagen wurde robust gebaut. Das Geld, das ich jetzt in den Bulli stecke und die Pflege, die ich ihm schenke, sehe ich als echte Wertsteigerung. Ich besitze hier bereits einen der Letzten seiner Art. Ich lege mein Geld tatsächlich in einer wertstabilen Sachanlage an. Hier wird kein Geld verbrannt, in neun Jahren hole ich es mir mit dem begehrten H-Kennzeichen wieder zurück. Mein Auto hat jetzt genau den Wendepunkt erreicht, am dem es kein billiger, gebrauchter Handwerker-Kastenwagen mehr ist, sondern zu einem gefragten Youngtimer und zukünftigen Klassiker reift.

Warum ich den Charme der roten Farbe so lasse, wie er ist? Weil er sonst kein H-Kennzeichen bekommt. Außerdem hat mein Auto Charakter: Die Farbe Paprikarot ist von der Sonne wunderschön ausgebleicht. Das war damals bei dieser Kultfarbe leider typisch. Ich weiß genau, wovon ich spreche, mein erstes Auto war ein paprikaroter 2er Golf. Ich bin es also gewohnt, dass die Farbe mit der Zeit heller wird. Vielleicht mag ich es auch einfach, weil ich ein nostalgischer Mensch bin. Kaum jemand kommt heute darauf klar, dass ich in diesem Auto tatsächlich noch Kassetten hören kann. Und genau das liebe ich so!

Ich finde, er passt einfach perfekt zu mir. Er bietet kompakte Maße, einen riesigen Laderaum und damit die perfekte Basis für den Umbau zu einem Mini-Camper. Dazu kommt die einfache Technik. Klar, Ersatzteile sind teuer, aber es gibt sie noch, und das wird auch noch lange so bleiben. Dank der vielen YouTube-Videos, die es mittlerweile gibt, kann ich tatsächlich vieles selbst reparieren. Selbst als Unerfahrene macht es mir dieser T5 wirklich leicht.

Warum eigentlich dieser Name? Ich wollte unbedingt, dass sein Name auf dem Nummernschild steht. So kam ich schließlich auf „Kobi“. Aber jede gute Geschichte braucht einen Hintergrund: Mein Opa hieß Jakob. Daraus machte ich kurzerhand die coolere Form „Ja´Kobi“. So fügte sich alles perfekt zusammen. Mein Opa ist nun als Schutzengel direkt an Bord und begleitet uns zwei auf allen kommenden Reisen.

Und zum guten Schluss: Er fährt sich einfach toll! Nach seiner jüngsten Wellness-Kur läuft er sogar noch besser. ich bin unglaublich stolz und glücklich, dass ich dieses Projekt gestartet habe. Es braucht seine Zeit, aber der Weg ist das Ziel.